Blindschleiche
Anguis fragilis fragilis
© Barbara Holzer / stadtwildtiere.ch

Lebensraum

Ruderalfläche, Verkehrswege, offene Flächen
Garten und Park
Wiese, Obstgärten, Felder
Hecken und Waldränder

G√ľnstig sind giftfreie, naturnah bewirtschaftete G√§rten mit verkrauteten Beet- und Wegr√§ndern, flachen Trittsteinen und Versteckstrukturen wie Holz- oder Lesesteinhaufen an sonniger Lage. Lebend geb√§rend. Weibchen verpaaren sich nur alle zwei Jahre (April / Mai) und werfen im August / September meist 4-12 Junge (7-9 cm). Diese werden erst in ihrem dritten Fr√ľhling geschlechtsreif. Die langlebigen Tiere (in Gefangenschaft bis 46 Jahre) jagen kleine Nacktschnecken und Regenw√ľrmer. Ab und zu kommen sie hervor, um sich zu sonnen oder fortzubewegen. Dann droht Gefahr von M√§hmaschinen, Hauskatzen und V√∂geln. √úberwinterung oft gemeinschaftlich in Kleins√§ugerbauten. Am leichtesten zu finden sind Blindschleichen in Komposthaufen. Gern gesehener N√ľtzling.

Erkennungsmerkmale 
Beinlose Echse. Kopf eidechsen√§hnlich. Augenlider vorhanden. Bauchschuppen mehrreihig, so klein wie R√ľckenschuppen. Vor allem M√§nnchen manchmal mit blauen Tupfen.
Lebensraum 
Feldgehölze, Säume, lichte Wälder, Waldränder, Ruderalfluren, extensiv genutzte Wiesen, Weiden und Gärten, auch trockenere Bereich von Mooren. Meidet verdichtete Böden.
√Ąhnliche Arten
Blindschleichen k√∂nnen mit Schlingnattern verwechselt werden, meist sind Schlingnattern jedoch etwas l√§nger und besitzen eine auff√§llige paarige Fleckenzeichnung auf dem R√ľcken. Dar√ľber hinaus besitzen Schlingnattern kein Augenlid und haben gr√∂√üere Augen.
Ma√üe 

Gesamtl√§nge bis 53 cm, meist k√ľrzer.

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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
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Fuchs. © Stefan Wassmer / stadtwildtiere.ch

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Versteckte Gartenbewohnerin

Obwohl die Blindschleiche wahrscheinlich eines der h√§ufigsten Reptilien Mitteleuropa ist, ist √ľber ihre Lebensweise erstaunlich wenig bekannt. Blindschleichen verbringen einen Gro√üteil ihres ansehnlich langen Lebens (bis √ľber 46 Jahre) versteckt. Diese sehr unauff√§lligen Tiere sonnen sich lieber nahe ihres warmen, feuchten Verstecks als an einem exponierten Ort. Deshalb sind sie so schwierig zu entdecken. W√§hrend der Aktivit√§tsperiode kann man sie unter Brettern, Steinplatten, sowie in Laub- und Komposthaufen finden. Viele Gartenbesitzer treffen sie am Komposthaufen an, wo die Blindschleiche ein reiches Nahrungsangebot sowie g√ľnstige, feuchtwarme Lebensbedingungen vorfindet.

Zerbrechliche Schlange?

Blindschleichen sind nicht etwa blind, wie ihr Name vermuten lie√üe. Der Name leitet sich vom Wort ‚Äěblenden‚Äú ab, was sich vermutlich auf ihr gl√§nzendes Schuppenkleid bezieht. Ebenfalls interessant: Blindschleichen sind keine Schlangen, sondern geh√∂ren zu den Echsen und k√∂nnen, wie die heimischen Eidechsen, bei Gefahr den Schwanz abwerfen; dieser w√§chst jedoch nicht mehr zur vollen L√§nge nach.

© Hedwig Storch / WikiCommons

Weibliche Blindschleichen und Jungtiere besitzen einen typischen schwarzen Strich auf dem R√ľcken (Aalstrich) und dunkle Flanken.

 

© Bastiaan / Pixabay.com

Während der Paarung beißt sich das Männchen am Weibchen fest.

Verbreitung erforschen ‚Äď Komposthaufen anlegen ‚Äď Strukturen schaffen

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Die Blindschleiche ist nicht sehr mobil, deshalb ist der Erhalt bestehender Lebensr√§ume umso wichtiger. Im eigenen Garten kann man die Blindschleiche sehr gut f√∂rdern, indem man ihr gen√ľgend Versteckm√∂glichkeiten bietet. Am besten geeignet sind sonnige Pl√§tze, wie Ast- oder Komposthaufen, die aber durch dornige Str√§ucher √ľberwachsen werden, um die Blindschleichen vor Hauskatzen zu sch√ľtzen. Die Vernetzung von neugeschaffenen Lebensr√§umen mit bereits vorhandenen Vorkommen ist essentiell f√ľr die Besiedlung neuer Standorte.

Gefahren 
  • Lebensraumzerst√ľckelung: Die lokale Unterteilung von Lebensr√§umen durch Stra√üen schadet der Blindschleiche, da Rinnen und Randsteine f√ľr die schlecht kletternde Blindschleiche oft zur Todesfalle werden.

  • Feinde: In der N√§he von menschlichen Siedlungen k√∂nnen hohe Katzendichten zum Aussterben ganzer Populationen f√ľhren. Nicht selten werden den beinlosen Echsen im Garten auch Rasenm√§her zum Verh√§ngnis.

Mehr Informationen 

 

 

Weitere Informationen zur Blindschleiche und zu den anderen Reptilien sind auf der Webseite der Karch (Koordinationsstelle f√ľr Amphibien und Reptilien der Schweiz) zu finden.

Ein Artikel zum Thema Blindschleichen im Garten von Bioterra finden Sie hier.

Service
Betreut von SWILD
StadtWildTiere Winterthur
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