Dachs
Meles meles
© Chris P., Flickr

Lebensraum

Garten und Park
Wiese, Obstgärten, Felder
Wald
Der europĂ€ische Dachs ist der grĂ¶ĂŸte einheimische Marderartige. Sein Körperbau weist mit Anpassungen auf die rege GrabtĂ€tigkeit und auf sein zeitweises Leben unter der Erde hin. Typische Spuren sind Trittsiegel mit Krallenabdruck, hĂ€ufig begangene Wechsel, KratzbĂ€ume und Latrinen mit mehreren Kotgruben. Die Jungenaufzucht findet in selbst gegrabenen, ĂŒber mehrere Generationen benutzten Bauen statt. Fraßspuren sind Grablöcher auf Wiesen, die bei der Suche nach MĂ€use- oder Wespennestern und KĂ€ferlarven entstehen oder Fraßspuren an Kulturen (Mais). Der Dachs ist ein opportunistischer Allesfresser mit einer Vorliebe fĂŒr RegenwĂŒrmer, er frisst jedoch auch Insekten, Schnecken, Amphibien, FrĂŒchte und Getreide. Er ist ein Sammler, kein JĂ€ger und lebt in Familiengruppen von 2 – 20 Tieren. Je nach Bestandsdichte und NahrungsverfĂŒgbarkeit mit Streifgebieten von etwa 100 bis 300 ha.
Erkennungsmerkmale 
Plump, kurze, krÀftige Beine, auffallende Kopfzeichnung.
Lebensraum 
Baue vor allem an Hanglagen in LaubwÀldern. Nahrungssuche im Wald, auf Wiesen und Feldern, auch im Siedlungsraum an Bachufern und in GÀrten.
GefÀhrdungsgrad
Nicht gefÀhrdet
Ähnliche Arten
Keine einheimische Art ist dem Dachs Ă€hnlich. Ebenfalls eine Gesichtsmaske haben WaschbĂ€ren (Procyon lotor), die ursprĂŒnglich aus Nordamerika stammen, und der asiatische Marderhund (Nyctereutes procyonoides). Beide Tierarten wurden in Europa eingefĂŒhrt und breiten sich von Norden (WaschbĂ€r) und von Osten und Norden (Marderhund) langsam aus.
Maße 
Kopf-Rumpf-LĂ€nge 65 – 90 cm,
Schwanz 10 – 20 cm, Gewicht 15 – 20 kg.
AktivitĂ€tszeit 
Nachtaktiv. Winterruhe (kein echter Winterschlaf) in kalten Wintern und bei hohem Schnee.
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch

Der Dachsbau: Wohnort des Dachses
Den Tag verbringen die nachtaktiven Dachse im Dachsbau. Dieser befindet sich meist in einem ruhigen Areal, z.B. in einer GrĂŒnanlage unter BĂŒschen. Typisch fĂŒr den Dachsbau sind die Rinnen, die vom Höhleneingang wegfĂŒhren. Beobachten Sie ihn in der abendlichen DĂ€mmerung aus der Distanz. Gehen Sie nicht zu nah heran, sonst besteht die Gefahr, dass Sie die Tiere stören und den Dachsbau beschĂ€digen. Achten Sie auf die Windrichtung, damit Sie der Dachs nicht wittern kann.

Dem Dachs auf der Spur
In der NĂ€he eines Dachsbaus lassen sich mit etwas GlĂŒck in der weichen Erde oder im Schnee die AbdrĂŒcke der Dachstatzen erkennen. Weitere typische Dachsspuren sind sogenannte Latrinen. Das sind kleine, flache Mulden, die Dachse als Toilette benutzen. In der NĂ€he ihrer Baue wetzen Dachse zudem manchmal ihre Krallen an BĂ€umen und hinterlassen dort gut sichtbare Kratzspuren. Der Grund fĂŒr das Kratzen ist nicht bekannt. Auf der Futtersuche, zum Beispiel auf der Jagd nach RegenwĂŒrmern, können Dachse mit ihren krĂ€ftigen Vordertatzen tiefe Löcher in RasenflĂ€chen oder Wiesen graben.

Fußabdruck: Deutlich zu sehen sind die krĂ€ftigen Krallen. Die TatzenabdrĂŒcke ĂŒberlagern sich meist. (© Helge Schulz)

 

Auf Dachse RĂŒcksicht nehmen

Dachse gelten nicht als gefĂ€hrdet. Eine eigentliche Förderung dieses Wildtieres ist deshalb nicht nötig. Dachse reagieren jedoch weniger flexibel auf VerĂ€nderungen als zum Beispiel FĂŒchse. Daher sollten ihre Baue, dort wo es möglich ist, erhalten bleiben. Ein Dachsbau wird oft ĂŒber viele Generationen benutzt.

 

Konflikte zwischen Dachs und Mensch
  • GrabtĂ€tigkeit: Vor allem die GrabtĂ€tigkeit des Dachses kann in PrivatgĂ€rten, aber auch in öffentlichen Anlagen wie z.B. in Parks oder auf FußballplĂ€tzen zu Konflikten fĂŒhren. Bei ihren GrabtĂ€tigkeiten fressen Dachse allerdings auch sogenannte „SchĂ€dlinge“ wie z.B. MĂ€use, WĂŒrmer oder Schnecken. Dementsprechend wichtig ist die Rolle der Tiere im ohnedies fragilen Ökosystem unserer StĂ€dte.

  • Latrinen: Ein interessantes Verhalten zeigen Dachse, indem sie sogenannte „Latrinen“ anlegen. Das sind kleine, flache Mulden, die gezielt als „Toilette“ benutzt werden. Ärgern Sie sich nicht, wenn Sie eine dieser „Hygieneanlagen“ in ihrem Garten vorfinden. Diese PlĂ€tze eignen sich hervorragend, um die sonst recht vorsichtigen Wildtiere in ihrer unmittelbaren Umgebung beobachten zu können.

  • Nahrungssuche: Bei der Nahrungssuche kommt es immer wieder vor, dass Dachse sich an Ihren Resten am Kompost bedienen. Beim Durchstöbern eines MĂŒllplatzes oder auch am VogelfutterhĂ€uschen, kann es zudem zu unerwĂŒnschten VerwĂŒstungen kommen. Den Zugriff auf diese Nahrungsquellen kann man durch feste, in der Erde gut verankerte, ZĂ€une vermeiden. Kompostanlagen können abgedeckt und so verschlossen werden.

Gefahren 
  • Dachse, die in Siedlungsgebieten leben, haben keine natĂŒrlichen Feinde.

  • Bedrohungen stellen fĂŒr den Dachs hier vor allem der Straßenverkehr, Insektizide und MĂ€usegift dar.

Beobachten im Tierpark

Im Tierpark Goldau können mit etwas GlĂŒck Dachse in einem Gehege beobachtet werden. 

Mehr Informationen 

 

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