Fischotter
Lutra lutra
© Claudia Kistler / swild.ch

Lebensraum

Gewässer

Fischotter sind an den Lebensraum Gewässer angepasst und verbringen die meiste Zeit ihres Lebens direkt am oder im Wasser. Ihre Territorien befinden sich entlang von Gewässern, wobei ein Territorium eines Männchens dasjenige von mehr als einem Weibchen umfassen kann. Männchen sind außerhalb der Paarungszeit, Einzelgänger, während Weibchen oft mit ihren Jungtieren im gleichen Gebiet leben. Jungtiere bleiben bis zu einem Jahr bei ihrer Mutter. Fischotter haben keine bestimmte Paarungszeit. Sie bringen ein bis drei Junge nach einer Tragzeit von 62 Tagen zur Welt. Die Nahrung besteht vor allem aus Fischen, vereinzelt werden aber auch Amphibien, Krebse, Vögel, Reptilien und kleine Säugetiere gefressen. Fischotter jagen v.a. in Flachwasserzonen, da sie ihre Beute meist optisch verfolgen.

Erkennungsmerkmale 
Der stromlinienförmige Körper des Fischotters ist bestens an das Leben im und am Wasser angepasst. Der muskulöse Schwanz wird beim Schwimmen eingesetzt. Die Pfoten sind mit Schwimmhäuten ausgestattet. Der Kopf ist abgeplattet, auffällig sind die kräftigen Schnurrhaare und die kleinen, anliegenden Ohren.
Lebensraum 
Fischotter sind an Gew√§sser wie Fl√ľsse, B√§che, Kan√§le, Seen, S√ľmpfe, Flussm√ľndungen und Meeresufer gebunden. Tagesschlafquartiere befinden sich in Asthaufen, dichter Vegetation, Uferh√∂hlen unter Wurzeln etc., die auch in einiger Entfernung von Gew√§ssern liegen k√∂nnen. Jagdgebiete befinden sich meist in Flachwasserzonen. In fischreichen Gew√§ssern k√∂nnen Fischotter auch im Siedlungsraum vorkommen.
Gefährdungsgrad
Schweiz: seit 1989 ausgestorben. Seit 2009 einzelne, gesicherte Nachweise. √Ėsterreich: gef√§hrdet. Seit 1990er-Jahre nimmt die Population in den √∂stlichen Landesteilen wieder zu. Kann auch in Siedlungsgebieten vorkommen. Deutschland: gef√§hrdet. Vorkommen im Norden und Osten, sowie im Bayerischen Wald
√Ąhnliche Arten
Eine Verwechslung ist mit folgenden Säugetierarten möglich: Biber (Schwanz als Kelle ausgebildet, stark abgeplattet), Nutria (drehrunder Schwanz mit Schuppen), Bisamratte (viel kleiner als Fischotter, Biber und Nutria, Schwanz seitlich abgeplattet).
Masse 

Kopf-Rumpf-Länge bis 70 - 90 cm, Schwanz bis 40 cm, Gewicht 7 bis 12 kg. Männchen größer als Weibchen.

Aktivit√§tszeit 
Ganzjährig aktiv. Meist nachtaktiv, in Gebieten mit wenig menschlicher Störung manchmal auch tagaktiv.
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Spuren ihrer Anwesenheit

Fischotter leben zur√ľckgezogen und sind nur mit viel Gl√ľck zu beobachten.¬†Oft verraten sie uns ihre Anwesenheit in einem Gew√§sser nur durch ihre Spuren: Durch die typischen Trittsiegel in Schlamm oder Schnee, oder durch Kot, der zum Markieren auf exponierten Stellen abgesetzt wurde.

Losungshaufen als Informationsquelle

Ihre Losung (Kot) setzen Fischotter bevorzugt am Gewässerrand auf Felsblöcken, größeren Steinen oder Sandbänken ab. Andere Fischotter können anhand des Dufts der Losung erkennen, ob und wie viele andere Fischotter in einem Gebiet anwesend sind, welchen Geschlechts die markierenden Fischotter sind und ob ein Weibchen paarungsbereit ist.

 

Fischotter setzen ihren Kot oft an exponierten Stellen ab.

© Sandra Gloor / swild.ch

 

Trittspur eines Fischotters im Schlamm.

© Susana Freire

Unterst√ľtzung von Aufwertungen der Gew√§sserlebensr√§ume

In den letzten 20 Jahren wurde damit begonnen, Gew√§sserlebensr√§ume aufzuwerten, den Fl√ľssen und B√§chen wieder mehr Raum zu geben und naturnahe Uferbereiche zu schaffen. Dies hilft nicht nur Fischen und anderen Wasserlebewesen, sondern gibt auch dem Fischotter eine neue Chance.

Zaunschutz an Fischteichen

In Gebieten mit Fischottern kann es gebietsweise zu massiven Sch√§den an Fischteichen kommen. Fischteiche k√∂nnen in vielen F√§llen erfolgreich mit Elektroz√§unen gegen Fischotter gesch√ľtzt werden. Eine fachgerechte Beratung durch einen Fischotterexperten vor Ort ist zu empfehlen.

Angler und Fischotter

Angler und Fischotter sind auf den ersten Blick Konkurrenten. Es sind jedoch nicht zuletzt die Angler, die sich f√ľr die Renaturierung unserer Gew√§sser stark machen. Denn Angler und Fischotter haben dasselbe Ziel: vielf√§ltige, artenreiche Fischgew√§sser. Oder anders ausgedr√ľckt: wo Fischotter leben k√∂nnen, hat es auch gen√ľgend Fische f√ľr die Angler.

Gefahren 
  • Verlust von Lebensraum¬†infolge starker Verbauung und Nutzung der Gew√§sser, Zersiedelung entlang von Gew√§ssern.
  • Gew√§sserverschmutzung: Verschmutzung des Wassers, insbesondere durch Pestizide aus der Landwirtschaft und verschmutztes Abwasser aus Siedlungsr√§umen.
  • Verkehr:¬† Fischotter werden immer wieder Opfer des Stra√üenverkehres, insbesondere dort, wo sie die Gew√§sser auf Wanderungen verlassen m√ľssen, weil die Ufer verbaut sind.
Beobachten im Tierpark 

Fischotter können in vielen Tierparks beobachtet werden. Unter anderen im Wildnispark Langenberg, im Tierpark Bern oder auch im Tierpark Goldau.

StadtWildTiere Winterthur
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