Laubfrosch
Hyla arborea
© Anouk Taucher / swild.ch

Lebensraum

Hecken und Waldränder
Feuchtgebiet
Gewässer

Der Laubfrosch braucht weitr√§umige, von der nat√ľrlichen Dynamik (z.B. Hochwasser) beeinflusste Feuchtgebiete. Als konkurrenzschwache Art und um dem Feinddruck entgegenzuwirken, ist er auf tempor√§re Laichgew√§sser angewiesen. Die M√§nnchen er√∂ffnen mit ihrer kehlst√§ndigen, gut k√∂rpergro√üen Schallblase ihr lautstarkes Abendkonzert (Ruf: "√§pp √§pp"). Hauptlaichzeit Mitte April-Mai. Weibchen kleben ihre h√∂chstens walnussgro√üen Laichballen an Wasserpflanzen. Kletterfrosch, sitzt tags√ľber gerne in der prallen Sonne im Krautsaum und Geb√ľsch (Brombeeren) im Gew√§sserumfeld, wandert aber auch recht weit. Beeintr√§chtigung, Zerst√∂rung von Kleingew√§ssern und intensivere Nutzung der Kulturlandschaft hat in ganz Europa zu Bestandeseinbr√ľchen gef√ľhrt.

Erkennungsmerkmale 
Meist leuchtend gr√ľn, Unterseite wei√ülich. Farbwechsel (zu cremefarben, grau, br√§unlich bis olivschwarz) wird √ľber Umweltreizungen, Witterung und Stimmungen gesteuert. M√§nnchen mit sehr gro√üer, kehlst√§ndiger Schallblase. Die Haftballen an den Zehenenden bef√§higen zum Klettern.
Lebensraum 
Dynamische Flussauenlandschaften mit gut besonnten T√ľmpeln; heute als Pionierart auch in Kiesgruben und Flachmoorgebieten.
Gefährdungsgrad
Schweiz: stark gefährdet
√Ąhnliche Arten
Der Italienische Laubfrosch ist vom Europäischen äußerlich kaum zu unterscheiden. Nördlich der Alpen ist jedoch nur der Europäische Laubfrosch vertreten.
Ma√üe 

Bis 5 cm.

Aktivit√§tszeit 
Anfangs April - Mitte Oktober
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
Der kleine Kletterk√ľnstler

Der Laubfrosch ist der kleinste der einheimischen Fr√∂sche. Dank seinen scheibenf√∂rmigen Haftballen kann er erstaunlich gut klettern und verbringt einen Gro√üteil des Tages an Bl√§tter oder √Ąste geschmiegt. Ein spezielles Hautsekret erm√∂glicht dem Laubfrosch, l√§ngere Zeit in der direkten Sonne zu sitzen. Der kleine Laubfrosch ist in den Geb√ľschen und Str√§uchern nur mit einem ge√ľbten Blick zu erkennen. Die beste Chance ihn zu erblicken, hat man w√§hrend der kurzen Zeit, die er am Laichgew√§sser verbringt. Er bevorzugt besonnte, fischfreie, reich strukturierte Gew√§sser ohne Ab- oder Zufluss, oft alte Flussarme. An windstillen, warmen N√§chten im Mai h√∂rt man die lauten Rufe der Laubfrosch-M√§nnchen, zum Teil auf eine Distanz von bis zu einem Kilometer.

Je nach Laune wird die Farbe gewechselt

Eine besondere Eigenschaft des Laubfrosches ist seine F√§higkeit, seine F√§rbung zu √§ndern. Die F√§rbung wird dem Untergrund, aber auch der Stimmung des Tieres angepasst. Mit etwas Gl√ľck kann man deshalb auch graue Laubfr√∂sche entdecken.

© Heidi Jost / naturimbild.ch

Je nach Stimmung und Untergrundfarbe k√∂nnen Laubfr√∂sche die eigene F√§rbung variieren, solche blaue Exemplare gehen allerdings auf einen Pigmentfehler zur√ľck.

 

© M. Linnenbach / WikiCommons

Dank des hohen Schwanzsaumes kann die Kaulquappe des Laubfrosches sehr gut schwimmen.

Lebensräume erhalten

Die gr√∂√üte √úberlebenschance hat der Laubfrosch in gro√üen, gew√§sserreichen Flusst√§lern und Flachmoorgebieten in denen die einzelnen Laichgew√§sser gut verkn√ľpft sind. Die Erhaltung dieser Lebensraum-Komplexe ist f√ľr die Laubfr√∂sche entscheidend. Zum Erhalt bestehender Populationen sind auch Strukturen wie Hecken, Ufergeh√∂lz, Hochstaudenfluren oder Brachen essenziell, in denen der Laubfrosch den Gro√üteil des Jahres verbringt.

Gefahren 
  • Zerst√ľckelung und Zerst√∂rung des Lebensraums: Die fehlende Vernetzung der Laichgew√§sser verursacht durch Stra√üen, Siedlungen oder landwirtschaftliche Nutzfl√§chen, sowie die Zerst√∂rung der Lebensr√§ume durch Entw√§sserungen oder Flussbegradigungen f√ľhren bei den sowieso schwankenden Populationen der Laubfr√∂sche schnell zu einem lokalen Aussterben.
  • Fressfeinde: Das Aussetzen von Fischen in Laubfroschlaichgew√§ssern, kann innerhalb kurzer Zeit zu der Ausrottung der gesamten Population f√ľhren.
Beobachten im Tierpark

Laubfrösche können im Tierpark Goldau, im Naturama in Aarau oder im Vivarium Tablat beobachtet werden.

Koordinationsstelle f√ľr Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz www.karch.ch

StadtWildTiere Winterthur
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