Siebenschläfer
Glis glis
© B. Trachsel

Lebensraum

Hecken und Waldränder
Wald

Ausschließlich nachtaktiv, baut kugeliges Nest aus Laub, Moos und Rindenteilen oder lebt in Höhlen, auch in Nistkästen, Scheunen oder Waldhütten. Bei Störung recht geräuschvolle Lautäußerungen. Der Siebenschläfer verbringt den Großteil seines Lebens auf Bäumen. Ernährt sich von pflanzlicher Kost ( Obst, Beeren, Samen, Blätter- und Blütenknospen und Pilzen ), aber auch von Insekten, Schnecken und Jungvögeln. Fortpflanzungszeit Mai  – August, 5 – 7 Junge nach einer Tragzeit von ungefähr 30 Tagen in einem einzigen Wurf pro Jahr. Junge nach 7 Wochen selbstständig. Ab Herbst oft in Nistkästen, verlässt diese aber wieder für den Winterschlaf, der mindestens bis Mai dauert. Das Höchstalter wird auf 9 Jahre geschätzt.

Erkennungsmerkmale 
Auffällig buschiger Schwanz, große Augen und abgerundete Ohren. Rücken graubraun, Bauch silbergrau.
Lebensraum 
Laubmischwälder, auch Obstgärten, Parkanlagen, Gärten und dichte Hecken. Bevorzugt Gelände mit dichtem Gebüsch und Grasbewuchs.
Gefährdungsgrad
nicht gefährdet
Ähnliche Arten
Sowohl der Garten- als auch der Baumschläfer und die Haselmaus sind verwandte Arten des Siebenschläfers. Der Gartenschläfer kommt vor allem in den südlichen Alpen, sowie im Jura vor. Die Verbreitung des Baumschläfers beschränkt sich in der Schweiz auf das östliche Engadin. Die Haselmaus ist die kleinste Vertreterin der Bilche; ihre Verbreitung ist unklar.
Maße 

Kopf-Rumpf-Länge 13 – 19 cm,
Schwanz 11 – 15 cm, Gewicht 80 – 120  g.

Aktivitätszeit 
Winterschlaf Oktober – Mai versteckt in Erdboden, natürlichen Höhlen oder Häusern.
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
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Fuchs. © Stefan Wassmer / stadtwildtiere.ch

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In Baumwipfeln und Gebäuden zuhause

Siebenschläfer verschlafen den Tag und sind nachtaktiv. Ihr Aktivitätsbereich befindet sich über dem Boden in Baumwipfeln und Büschen. Siebenschläfern, die in Gebäuden leben, kann man nachts auflauern. Meist kündigen sie ihr Auftauchen durch Lärm an. Dann kann man versuchen, sie im Licht einer Taschenlampe zu beobachten. Siebenschläfer können recht zutraulich werden. Aber Vorsicht, fassen Sie die Tiere nicht an, sie beißen gerne!


© F. Bontadina / swild.ch
Siebenschläfer schlafen manchmal auch in Nistboxen, die ursprünglich für Vögel aufgehängt wurden. Dabei kann es vorkommen, dass Siebenschläfer Vogeleier oder Jungvögel fressen.

 

Dieser Siebenschläfer hat sich in den Waben von Honigbienen eingenistet.

(© K.Märki / swild.ch)

 

Der Gartenschläfer, ein naher Verwandter des Siebenschläfers, hat eine schöne Gesichtsmaske. Er kommt in höheren Lagen (Jura, Voralpen) vor. (© F. Bontadina / swild.ch)

 

Siebenschläfer können auch über ihren Kot nachgewiesen werden. Der Kot hat die Form von 1 bis 2 cm großen Böhnchen. Er ist deutlich größer als Mäusekot.

Schutz des Lebensraums
Im Siedlungsbereich kommt der Siebenschläfer vor allem in Randgebieten in der Nähe von Wald vor. Der Schläfer nutzt natürlicherweise Baumhöhlen als Tagesschlaf- und Aufzuchtplätze, er verschmäht aber auch aufgehängte Vogelnistkästen nicht. Daher sollten alte Bäume mit Baumhöhlen stehen gelassen werden. Nahrung liefern ihm Buchen und Eichen, Hecken aus Wildsträuchern sowie Streuobstwiesen.

Lebensraumgestaltung in der eigenen Umgebung
Gestalten Sie Ihren Garten nischenreich und setzen Sie sich dafür ein, dass die Wohnumgebung Ihrer Siedlung mit einheimischen Blumen, Sträuchern und Bäumen bepflanzt wird. Bieten Sie dem Siebenschläfer als Sommerquartier ein warmes, ruhiges, tagsüber dunkles und ungestörtes Plätzchen an, z.B. Baumhöhlen oder Nistkästen. Als Überwinterungsplätze dienen ihm trockene, kühle Erdhöhlen oder eine kühle Ecke im Dachboden, Keller oder Geräteschuppen. Die Einschlupfstellen sollten max. 6cm im Durchmesser sein.

Konflikte zwischen Siebenschläfer und Mensch
Während ihrer aktiven Zeit vom Mai bis September nisten sich Siebenschläfer immer wieder in Dachböden ein und können nachts einen ziemlichen Lärm (poltern, quieken, schreien) veranstalten. Als Nager knabbern sie gerne Isolationsmaterial oder Holz an. Sie bedienen sich auch mal an herumstehenden Nahrungsmitteln wie z.B. Obst. Weitere Anzeichen ihrer Anwesenheit sind der bohnenförmige Kot oder ausgepolsterte Nestmulden. Es gibt zwei Handlungsmöglichkeiten:

  • Man toleriert die kleinen Mitbewohner.
  • Man vertreibt die kleinen Nervensägen. Wenden Sie sich an einen spezialisierten Dachdecker. Bevor die Öffnungen dicht gemacht werden, muss sichergestellt werden, dass die Tiere sich nicht mehr im Gebäude befinden. 
Gefahren 
  • Zerstörung des Lebensraums: Abnahme von alten oder toten Bäumen und damit von natürlichen Baumhöhlen in unseren Wäldern.
  • Fressfeinde: Gefahr droht dem Siebenschläfer im Siedlungsgebiet von Steinmarder und Hauskatze, im Wald von Baummarder und Waldkauz.
Beobachten im Tierpark

Im Wildnispark Langenberg kann man die Siebenschläfer im "Müsli-Hüsli" besuchen. Und auch im Tierpark Goldau sind die kleinen Bilche anzutreffen.

 

  • Buch: Wildtiere – Hausfreunde und Störenfriede. Michel Stocker & Sebastian Meyer. 2012. Haupt Verlag. S. 101-107.

  • Bauen&Tiere. Tipps bei Schäden und Schadensverhütung.

  • Schutz der kleinen Säugetiere. Eine Arbeitshilfe. Kanton Aargau. Sondernummer 36 November 2011. (pdf, 12MB)

  • Wenn die Siebenschläfer auf dem Dachstock kegeln. Ratschläge zum Umgang mit Sieben- und Gartenschläfern im Gebäude. Bündner Naturmuseum.

Service
Betreut von SWILD
StadtWildTiere Winterthur
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