Waldeidechse / Bergeidechse / Mooreidechse
Zootoca vivipara vivipara
© Marek Szczepanek / WikiCommons

Lebensraum

Wiese, Obstgärten, Felder
Wald
Feuchtgebiet

Nicht besonders w√§rmeliebend, bevorzugt k√ľhle, feuchte Lebensr√§ume, auch lichte W√§lder und Waldr√§nder. Paarungszeit April bis Juni. Weibchen lebend geb√§rend, wirft im Sp√§tsommer 5-8 Junge. In n√∂rdlichsten Gebieten Paarungszeit erst im Herbst, sodass Weibchen tr√§chtig √ľberwintern und Junge im folgenden Jahr geboren werden. Geschlechtsreife im dritten Lebensjahr. Nahrung: Ringelw√ľrmer, Tausendf√ľ√üer, Spinnen, Insekten und andere Wirbellose. Wo Waldschl√§ge zuwachsen, ohne dass neue entstehen, k√∂nnen Waldeidechsen h√∂chstens an Waldr√§nder ausweichen. Regional starker R√ľckgang durch Lebensraumverlust durch Zerst√∂rung von Hecken oder √Ėdland, Ver√§nderung der Waldnutzungsformen, z.B. Aufgabe Femelschlag (kleinfl√§chige Auslichtung).

Erkennungsmerkmale 
Nie gr√ľn. Schwanz bis √ľber seine Mitte gleich dick. Helle und dunkle l√§ngliche Fleckenreihen an Flanken und R√ľckenseitenr√§ndern, oft feine dunkle Linie auf R√ľckenmitte. Jungtiere dunkel, fast schwarz. M√§nnchen unterseits oft gelborange. Achtung: Schwanz bricht ab, wenn angefasst!
Lebensraum 
Moore und gr√∂√üere Waldschl√§ge, in h√∂heren Lagen auch offene Wiesen, Heiden (bis √ľber 2200m √ľ. M.).
√Ąhnliche Arten
Mauereidechsen sind etwas gr√∂√üer als Waldeidechsen und besitzen einen schlankeren, flacheren K√∂rper. Der Kopf der Mauereidechse ist spitzer und der Schwanz l√§nger. Mauereidechsen k√∂nnen h√§ufig an vertikalen Strukturen beobachtet werden, da sie sehr gute Kletterer sind. Waldeidechsen haben einen kleineren, zierlicheren K√∂rper als Zauneidechsen. Zauneidechsen haben einen gr√∂√üeren, massigen Kopf und die M√§nnchen besitzen zur Paarungszeit leuchtend gr√ľne Flanken und Vorderbeine.
Ma√üe 

Gesamtlänge bis 16 cm.

Aktivit√§tszeit 
Tagaktiv; März-Oktober
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch
2 Bilder geordnet nach
Mooreidechse 
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Mooreidechse 
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Fuchs. © Stefan Wassmer / stadtwildtiere.ch

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Scheue Waldbewohnerinnen

Waldeidechsen-M√§nnchen k√∂nnen bei ausreichenden Temperaturen bereits Anfangs M√§rz beobachtet werden. Da sie jedoch oft auf ihre Tarnfarbe vertrauen und sich kaum bewegen, sind sie schwierig zu entdecken. Waldeidechsen bevorzugen schattigere Lebensr√§ume als ihre Verwandten und befinden sich selten an der prallen Sonne zum Sonnenbaden. Ihre Sonnenb√§der sind im Vergleich zu den anderen Arten zudem eher k√ľrzer. Waldeidechsen sind "lebendgeb√§rend", das hei√üt, die Eier wachsen im Mutterleib heran und die Jungtiere schl√ľpfen unmittelbar nach der Geburt aus der Eih√ľlle, in seltenen F√§llen sogar schon vor der Geburt. Die Mutter geb√§rt daher bereits vollentwickelte Jungtiere. Da das tr√§chtige Weibchen mehr W√§rme ben√∂tigt, k√∂nnen die Weibchen im Sommer h√§ufiger beim Sonnenbaden entdeckt werden als die M√§nnchen.

Seltene Bewohnerin des Privatgartens

Waldeidechsen kommen auf bis zu fast 3‚Äė000 Meter √ľber Meer vor. In diesen h√∂her gelegenen Standorten kann sie auch einmal an trockenwarmen Standorten vorkommen. In tieferen Lagen ist sie aber haupts√§chlich in Waldlichtungen, Waldr√§ndern und Mooren anzutreffen. Waldeidechsen sind eher selten in Privatg√§rten anzutreffen, sofern diese nicht an ein Waldgebiet grenzen.

© Fritz Greller-Grimm/WikiCommons

Wie bei einigen Reptilien gibt es bei den Waldeidechsen sogenannte "Schwärzlinge", komplett schwarz pigmentiert sind.

 

© Friedrich Böhringer/WikiCommons

Junge Waldeidechse

Lebensr√§ume sch√ľtzen

Waldeidechsen kommen nur in G√§rten vor, die im Verbund mit einem gr√∂√üeren Waldeidechsenlebensraum stehen. In solchen G√§rten k√∂nnen Waldeidechsen durch die Erh√∂hung des Totholzbestandes und durch das Errichten von Versteckm√∂glichkeiten gef√∂rdert werden. Holz- oder Steinhaufen k√∂nnen den Eidechsen diese Versteckm√∂glichkeiten bieten. Naturnah bewirtschaftete Hecken bilden wichtige Lebensr√§ume f√ľr die scheuen Eidechsen. Besonders geeignet sind Hecken mit einem breiten Krautsaum und Asthaufen oder Holzstapel. Allgemein ist die Erhaltung naturnaher Waldr√§nder und Moore sehr wichtig f√ľr den Schutz der Waldeidechsen.

Gefahren 

Zu den wichtigsten Gefahren f√ľr die Waldeidechsen z√§hlen:

  • Lebensraumverlust: Durch den Verlust an Kleinstrukturen auf der landwirtschaftlichen Nutzfl√§che, zum Beispiel durch das Eliminieren von Trockenmauern, Lesesteinhaufen, Geb√ľschen und B√∂schungen, gehen der Waldeidechse wichtige Lebensr√§ume verloren. Ebenso werden durch das Zuwachsen des Waldes und die Verbuschung des Waldrandes die Lebensr√§ume der Waldeidechse weiter eingegrenzt.

  • Pestizideins√§tze: Der Einsatz von Insekten- und Pflanzengiften zerst√∂rt den Waldeidechsen die Nahrungsgrundlage.

Weitere Informationen zu Waldeidechsen und zu den anderen Reptilien sind auf der Webseite der Karch (Koordinationsstelle f√ľr Amphibien und Reptilien der Schweiz) zu finden.

Informationen zum Thema Totholz als Lebensraum finden sie hier.

StadtWildTiere Winterthur
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