Biber
Castor fiber
© P.H. Olson, Wikipedia

Lebensraum

Feuchtgebiet
Gewässer

Gr√∂√ütes einheimisches Nagetier, vorwiegend d√§mmerungs- und nachtaktiv. Hinterl√§sst durch seine ausgepr√§gte Nage- und Baut√§tigkeit auff√§llige Spuren: Biberburgen, D√§mme, kegelf√∂rmig abgenagte Baumst√§mme und √Ąste mit deutlichen Kerben der kr√§ftigen Nagez√§hne. Die Biberburg besteht aus aufgeschichteten √Ąsten, abgedichtet mit Schlamm, Erde, Schilf und Gr√§sern; bis 1,5‚ÄČm hoch. Mehrere Kammern (‚ÄäSchlaf-, Brutkammern‚Ää), mehrere Zug√§nge, die unter Wasser m√ľnden. Auch Erdbaue am Ufer sind m√∂glich, deren Ein- und Ausg√§nge ebenfalls unter Wasser m√ľnden. Nahrung rein pflanzlich: Rinde, d√ľnne Zweige, Wurzeln, Bl√§tter. Biber leben territorial in Kolonien von einem Paar und dessen Nachkommen bis zum Alter von 3 Jahren. Alter: bis 30 Jahre.

Erkennungsmerkmale 
Grau bis dunkelbraun, Bauch heller. Schwanz (‚Ää¬ęKelle¬Ľ‚Ää) platt, mit Schuppen bedeckt. Hinterf√ľ√üe mit Schwimmh√§uten.
Lebensraum 
Stets in Wassernähe. Uferbereiche, Flussauen mit Wald.
Gefährdungsgrad
In der Schweiz wurde der Biber sehr erfolgreich wiederangesiedelt. Seit 1962 sind die Biber und ihre Lebensr√§ume gesch√ľtzt.
√Ąhnliche Arten
Bisamratten (0,5-2,5 kg) sehen auf den ersten Blick wie kleine Biber aus. Auch die Nutria oder Biberratte, mit 5-10 kg nur wenig kleiner als ein Biber, breitet sich in Mitteleuropa weiter aus. Beide Arten stammen aus Amerika und fällen keine Bäume.
Ma√üe 

Kopf-Rumpf-L√§nge 83‚Ää‚Äď‚Ää100‚ÄČcm, Schwanz 30‚Ää‚Äď‚Ää38‚ÄČcm lang, Gewicht bis 35‚ÄČkg.

Aktivit√§tszeit 
Ganzj√§hrig aktiv, im Winter jedoch wochenlang im Bau oder in der Burg. Besonders aktiv in fr√ľhen Morgen- oder sp√§ten Abendstunden.
Beobachtung eintragen
Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch

Ans Leben im Wasser angepasst
Biber halten sich vor allem im Wasser und im Uferbereich ihrer Heimgew√§sser auf. Die gro√üen Nager sind meistens d√§mmerungs- und nachtaktiv. Ein lichtstarkes Fernglas oder ein Nachtsichtger√§t k√∂nnen f√ľr Beobachtungen n√ľtzlich sein. Auff√§lligstes Zeichen f√ľr anwesende Biber sind im typischen Muster angenagte B√§ume und √Ąste entlang des Ufers. Achten Sie auch auf die typischen Abdr√ľcke der Pfoten im feuchten Sand oder Schlamm. Bei uns wohnen Biber in Erdbauen oder Biberburgen, deren Eing√§nge unter Wasser liegen.
 

Abgenagter Baumstamm mit typischen Biber-Nagespuren (© C. Kistler / swild.ch)

In Wien besiedeln die Biber mittlerweile alle großen Gewässer: z.B. die Alte Donau, Pratergewässer, den Donaukanal, die Liesing und den Wienfluss.

 

In der Schweiz: verschiedene Biberlehrpfade entlang von Gew√§ssern, welche von Bibern besiedelt sind (Biberlehrpfade¬†der WWF-Sektionen Z√ľrich,¬†Thurgau und St.Gallen).

 

Mehr Raum f√ľr naturnahe Gew√§sser

Biber nutzen entlang der Gew√§sser in der Regel Uferstreifen von 10 - 20m Breite. In diesen Streifen bevorzugen sie Weichh√∂lzer wie Weiden oder Pappeln als Nahrung. F√∂rdert man also den nat√ľrlichen Lebensraum des Bibers, erreicht man gleich mehrere Ziele: Der Nager findet gen√ľgend Nahrung im Uferbereich und braucht sich nicht in √Ąckern und Obstg√§rten der Bauern zu bedienen. Zugleich gestaltet er als Baumeister ein nischenreiches Feuchtgebiet, das wiederum Lebensraum f√ľr viele andere Tier- und Pflanzenarten bietet.

Konflikte zwischen Biber und Mensch

Der Biber ist eigenwillig und will seinen Lebensraum selber gestalten. In der von uns Menschen stark genutzten Landschaft kommt es daher immer wieder zu Konflikten.

  • Landwirtschaft: Steht dem Biber zu wenig Nahrung in Form von nat√ľrlicher Vegetation zur Verf√ľgung, l√§sst er sich zum √Ąrger vieler Bauern Ackerfr√ľchte (Mais, Zuckerr√ľben) und das Holz von Obstb√§umen schmecken.

  • Stra√üen und Uferd√§mme: Stra√üen in Ufern√§he und D√§mme k√∂nnen einst√ľrzen, wenn der Biber seinen Bau bis unter diese Bauwerke gr√§bt.

  • Vern√§ssung: √úberall da wo der Biber staut, werden die angrenzenden Fl√§chen unter Wasser gesetzt. Das k√∂nnen Wald- oder Ackerfl√§chen aber auch Bereiche im Siedlungsraum sein.

  • Baumf√§ller: Im Siedlungsgebiet ist das F√§llen von B√§umen meistens unerw√ľnscht, besonders wenn nur schmale Ufergeh√∂lzstreifen vorhanden sind. Zudem k√∂nnten Fu√üg√§nger durch angenagte B√§ume gef√§hrdet werden. Ein mechanischer Schutz durch Drahtgitter oder Schutzanstriche (ungiftige, quarzhaltige Anstriche) hindert den Biber am Baumf√§llen.

Gefahren 
  • Verkehr: Viele Biber m√ľssen auf ihrer Wanderschaft das Gew√§sser verlassen und Stra√üen √ľberqueren, entweder weil die nat√ľrlich Verbindung zwischen Gew√§ssern fehlt oder der weiterf√ľhrende Weg im Gew√§sser selbst verbaut ist (z.B. durch Kraftwerke oder Schwellen).

  • Fischreusen: Vor allem f√ľr junge Biber stellen Fischreusen eine gro√üe Gefahr und h√§ufige Todesursache dar, da sie sich in ihnen verfangen und folglich ertrinken k√∂nnen.

Beobachten im Tierpark

Im Wildnispark Langenberg gibt es beim Besucherzentrum Sihlwald eine Biberanlage.

© C. Kistler / swild.ch

Ebenso können Biber im Tierpark Bern beobachtet werden.

Mehr Informationen 

Biber, Wolf und Wachtelk√∂nig ‚Äď 23 Wildtiere des Smaragd-Programms. Autor: Hansjakob Baumgartner. Haupt Verlag, Bern 2007: S. 84-97.

Schatzkammer Natur ‚Äst Von der Vielfalt heimischer Arten‚Äú, Museum Mensch und Natur & Hofpfisterei M√ľnchen (Hrsg.), Verlag: oekom, M√ľnchen 2009: S. 72-76.

StadtWildTiere Winterthur
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