Braunes Langohr
Plecotus auritus
© Marko König / koenig-naturfotografie.com

Lebensraum

Gebäude
Garten und Park
Wiese, Obstgärten, Felder
Hecken und Waldränder
Wald

Ortstreu. Winter- und Sommerquartiere liegen meist wenige Kilometer auseinander. In vielen St√§dten nachgewiesen, z√§hlt in Bayreuth und Berlin zu den h√§ufigeren, in den meisten St√§dten aber zunehmend zu den seltenen Fledermausarten. Paarung im Herbst oder Fr√ľhling. Junge kommen im Juni / Juli zur Welt, k√∂nnen bereits Ende Juli / Anfang August fliegen. Relativ langsamer, sehr wendiger Flug. Jagdgebiete in W√§ldern und entlang von Hecken und B√§umen, Braune Langohren k√∂nnen Beute r√ľttelnd von Bl√§ttern, Bl√ľten und W√§nden ablesen und lassen sich auch kurzzeitig auf Zweigen nieder, um Ohrw√ľrmer und Raupen abzulesen. Hauptnahrung Nachtfalter. W√§hrend des Winters werden unterirdische Schlafpl√§tze oft gewechselt. Die gro√üen Ohren werden w√§hrend des Tages- und Winterschlafs unter die Unterarme geklappt.

Erkennungsmerkmale 
Auffallend gro√üe, beinahe k√∂rperlange Ohren, kurze und breite Fl√ľgel, gro√üe Augen. Fell oberseits braun, unterseits heller.
Lebensraum 
Wochenstuben hauptsächlich in Baumhöhlen, Fledermaus- oder Vogelnistkästen, aber auch in Wandverschalungen, Dachstöcken.
Gefährdungsgrad
Verlust von Quartieren durch Renovationen.
√Ąhnliche Arten
Zwillingsarten Graues Langohr und Alpenlangohr (Verbreitung in den Alpen). Die 30 Fledermausarten der Schweiz sehen sehr ähnlich aus und lassen sich im Flug nur anhand der Größe und ihres Flugverhaltens sowie der Ultraschallrufe unterscheiden.
Masse 

Kopf-Rumpf-L√§nge 3,7-5,5 cm, Fl√ľgelspannweite 24-28 cm, Gewicht 4,6-12 g.

Aktivit√§tszeit 
Winterschlaf; von Fr√ľhling bis Herbst d√§mmerungs- und nachtaktiv.
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Text wurde mit freundlicher Genehmigung vom Haupt Verlag aus dem Buch Stadtfauna übernommen. Cover StadtFauna-Buch

Jagende Braune Langohren

Braune Langohren besitzen die F√§higkeit, langsam und sehr wendig zu fliegen. Sie k√∂nnen senkrecht vom Boden starten und im R√ľttelflug an Ort verharren. Im l√§ndlichen Siedlungsraum k√∂nnen Braune Langohren entlang von Hecken und in Obstg√§rten oder bei gro√üen Einzelb√§umen beim Jagdflug beobachtet werden. Ein hilfreiches Werkzeug ist der Fledermaus-Detektor.

 

Fra√üpl√§tze mit Falterfl√ľgeln

Diese n√§chtlichen J√§ger suchen ihre Beutetiere, mit Vorliebe Nachtfalter, im Bl√§ttergewirr von B√§umen und Str√§uchern. H√§ufig wird die Beute im R√ľttelflug von den Str√§uchern oder vom Untergrund abgelesen. Erbeutet das Langohr gro√üe Falter, verzehrt es diese im H√§ngen an einem Fra√üplatz und l√§sst unverdauliche Teile wie Fl√ľgel oder F√ľhler zu Boden fallen. Solche Jagdpausen-Pl√§tze werden Fra√üpl√§tze genannt. Die herumliegenden Fra√üreste verraten die Speisekarte dieser Flattertiere.

Bei bl√ľhenden B√§umen, z.B. einer Linde, sammeln sich in einer warmen Nacht tausende Insekten, und manchmal k√∂nnen auch Langohren bei der Jagd beobachtet werden.

Bestandesr√ľckgang in den letzten Jahren

Das Braune Langohr leidet unter dichteren Verbauung und der Intensivierung in der heutigen Kulturlandschaft. Bestehende Quartiere von Braunen Langohren sollten daher unbedingt erhalten und gefördert werden. Oft fehlen auch Hecken und Strukturen, welche den Langohren als Flugrouten einen sicheren Weg ins Jagdgebiet ermöglichen.

 

Bepflanzen Sie Ihren Balkon und Ihren Garten mit einheimischen Pflanzen

Da diese Fledermausart Nachtfalter und andere gr√∂√üere Insekten frisst, kann mit einheimischer Bepflanzung des Gartens oder des Balkons viel zur Insektenvielfalt beigetragen werden. Besonders nachtbl√ľhende Stauden und Str√§ucher sind f√ľr Flederm√§use von besonderem Interesse. Gro√üe, bl√ľhende einheimische B√§ume sind speziell wertvoll. Verzichten Sie bei der Behandlung Ihrer Pflanzen auf Insektizide und andere Gifte.

Gefahren 
  • Fassadenbeleuchtung: Die n√§chtliche Beleuchtung der √Ėffnungen, durch die Flederm√§use jeweils ihr Quartier verlassen, sollte vermieden werden, weil die Nachtj√§ger dann sp√§ter ausfliegen. Und als Folge davon bleibt ihnen weniger Zeit f√ľr die Nahrungssuche.
  • Beleuchtung: Langohren meiden beleuchtete Gebiete. Deshalb sollten naturnahe Fl√§chen m√∂glichst nicht beleuchtet werden.
  • Netze: Flederm√§use k√∂nnen sich in feinmaschigen Netzen, die √ľber Obstb√§umen oder Reben gespannt werden, verheddern. Diese werden so zu t√∂dlichen Fallen. Deshalb sollten Netze nur wenn unbedingt n√∂tig verwendet und nach Gebrauch wieder entfernt werden.

 

Mehr Informationen 

Richarz, Klaus: Flederm√§use¬†- Beobachten, erkennen und sch√ľtzen 2011, 128 S., Taschenbuch, Kosmos

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